Zur Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der EU

Was hat es mit der europäischen Agrarpolitik auf sich, wohin entwickelt sie sich?
Welche Bedeutung hat die Landwirtschaft in Europa im Rahmen von Wirtschaft und Gesellschaft?
Welche Rolle spielt die Landwirtschaft als zielgerichtete Herstellung pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse zur menschlichen Ernährung auf einer zu diesem Zweck bewirtschafteten Fläche im Rahmen der Umweltpolitik und im kulturellen Bereich der EU und wie reagiert die Agrarpolitik?

1. Historischer Ausgangspunkt

Die genannten Problemkreise spielen im Prozess der europäischen Einigung keine unwesentliche Rolle. Ihre erfolgreiche Bewältigung könnten sich als Gegengewicht zu Tendenzen des Auseinanderbrechens der EU erweisen! Gerade in der gemeinsamen Agrarpolitik wird das Hinwenden Europas zu einer neuartigen politischen Gemeinschaft deutlich erkennbar, obwohl andererseits gerade der europäische Agrarmarkt als ständiges Ärgernis wahrgenommen wurde und wird.

Sowohl die Stärke als auch die Schwäche Europas bis in die Gegenwart hinein ist die Mannigfaltigkeit seiner Staaten. “Jenseits aller Machtkonflikte bildeten die Staaten Europas – und das ist das weltgeschichtlich Einmalige – eine Kulturgemeinschaft. Sie zeigte sich durch verwandtschaftliche Bindungen ihrer Herrscher…, durch die gemeinsamen Verkehrssprachen Latein und Französich, durch ein gemeinsames Zivilisationsklima, die Aufklärung, und durch gemeinsame Wurzeln in der Antike und im Christentum.” /1/ Einflüsse des Judentums und auch des Islam durch die Mauren auf der iberischen Halbinsel und durch die Osmanen auf dem Balkan haben eine gewisse Rolle gespielt. Es ist unstrittig, dass das Zusammenwirken von christlicher, jüdischer und islamischer Gelehrsamkeit das geistige Europa befruchtet hat. Viele der zu den Wurzeln Europas gehörenden Werke der Antike wären ohne die einstigen Übersetzungen durch arabische Gelehrte für Europa verloren gewesen.

Mit der Französischen Revolution entfaltete sich die Idee des Nationalstaates mit allen damit verbundenen Problemen für die europäische Politik.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde die Politik vom Gedanken der Abkehr vom Nationalstaat westeuropäischer Prägung getrieben. Es ging um die Gestaltung der Einheit Europas und der festen Einbindung Deutschlands in ein festes europäisches Gefüge als Friedensgarant. Deutsche Sonderwege sollten künftig ausgeschlossen werden.
“Doch wie viel Staat in dem sich entwickelnden europäischen Gebilde noch übrig bleiben wird, ist eine offene Frage.” /2/

Eingebettet in diese Prozesse vollzieht sich die Gestaltung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik. Sinn und Unsinn sind dabei oft zwei Seiten einer Medaille.´Wie so oft in der Politik.

Nach dem verhängnisvollen letzten Weltkrieg lag neben der Industrie auch die Landwirtschaft der europäischen Siegermächte und der Kriegsverlierer am Boden. Die europäischen Staaten der späteren EWG waren deshalb zur Ernährung ihrer Bevölkerung auf Nahrungsmittelimporte angewiesen.
Besonders problematisch war die Situation in Deutschland. In den westlichen Besatzungszonen und ab Mai 1949 in der Bundesrepublik Deutschland wurden die westdeutschen Nahrungsmittelimporte bis 1952 überwiegend von den USA finanziert. In der Bundesrepublik Deutschland fehlten durch die wirtschaftlichen Kriegsfolgen die für Nahrungsmittelimporte notwendigen Außenhandelsüberschüsse.

2. Ziele einer gemeinsamen Agrarpolitik

Die Ziele einer gemeinsamen Agrarpolitik wurden in den Römischen Verträgen festgelegt. Dabei ging es zunächst darum, durch eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion die Abhängigkeiten bei der Lebensmittelversorgung zu verringern.

An erster Stelle der gemeinsamen Agrarpolitik der beteiligten europäischen Staaten standen Maßnahmen zur Erhöhung der Produktivität der Landwirtschaft durch Förderung der Rationalisierung der Agrarproduktion.
Damit war die gemeinsame Agrarpolitik eindeutig auf die Verringerung der landwirtschaftlichen Erwerbsbevölkerung ausgerichtet. Deshalb musste sich zwangsläufig sowohl die Zahl der Landarbeiter als auch die der landwirtschaftlichen Betriebsinhaber verringern. Gefördert wurden insbesondere größere und effizientere Landwirtschaftsbetriebe. Dadurch kam es zu einem drastischen Rückgang der klassischen bäuerlichen Betriebe, die den Lebensunterhalt einer bäuerlichen Familie sichern konnten.
Weniger als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind solche Vollerwerbsbetriebe. /3/

Die gemeinsam Agrarpolitik (GAP) war zunächst darauf ausgerichtet, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in der EG Nahrungsmittel in ausreichendem Umfang und preiswert produzieren sollten.
Heute geht es darum, Anbaumethoden zu fördern, die gesunde Lebensmittel gewährleisten und die ländliche Umwelt schonen. Damit hat sich die GAP zu einem Anliegen entwickelt, das nicht nur die Interessen der unmittelbaren Agrarproduzenten tangiert.
Die Hauptaufgabe der GAP bleibt es aber, für die Landwirtschaft in der EU solche Rahmenbedingungen zu schaffen, dass dieser Wirtschaftszweig seine Aufgaben erfüllen kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Landwirtschaft sich zu einem kapitalintensiven Wirtschaftsbereich entwickelt hat.
In Deutschland hat um 1900 ein landwirtschaftlicher Produzent Nahrungsmittel für 4 Personen erzeugt. 1950 ernährte ein Landwirt 10 und im Jahr 2004 143 Personen. Im Zuge dieser gewaltigen Rationalisierung der Agrarproduktion sank in der deutschen Landwirtschaft der Erwerbstätigenanteil in den letzten 100 Jahren von 38% auf ca. 2%! /4/

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU beruht auf zwei Säulen: Marktordnungen und Entwicklung des ländlichen Raumes./5/

Marktordnungen stellen ein System von Maßnahmen dar, durch das Angebot und Nachfrage von Agrarprodukten sowie die Preisentwicklung in bestimmtem Sinne beeinflusst oder gelenkt werden soll.
Sie bilden die erste Säule der gemeinsamen Agrarpolitik der EU.

Instrumente der Gemeinsamen Marktordnungen sind: Intervention, Produktionsquoten, Zölle, Exportsubventionen und Direktzahlungen an die Landwirte zur Kompensation von Preissenkungen für bestimmte Produkte.

Staatliche Eingriffe bedeuten immer eine Einschränkung des Wirkens von Marktkräften und können sowohl sinnvoll sein als auch negative Auswirkungen haben. Das trifft auch auf die Agrarmärkte in der EU zu.

Insbesondere das Quotensystem stellt sich als Fehlsteuerung auf wichtigen Agrarmärkten wie für Milch, Zucker oder Tabak dar.
Das Quotensystem schränkt den Wettbewerb zwischen den landwirtschaftlichen Produzenten ein und verhindert, dass die Produktion zu Standorten wandert, die am kostengünstigsten sind. Das Quotensystem behindert letztlich den Prozess der Arbeitsteilung. Da Quoten auf dem Markt gekauft werden können, kommen in praxi die angestrebten Einkommenseffekte zunehmend auch den ehemaligen Quoteninhabern oder deren Erben zugute. Vielfach wurde mit der Quotenregelung ungewollt auch der Strukturwandel vorangetrieben. “Der Patient EU-Agrarpoltik ist schwer krank, aber nicht , weil der Patient eine schlechte Gesundheit hat, sondern weil ihm andauernd und mit zunehmender Dosierung die falschen Medikamente verabreicht werden.” /6/ Diese Situation ist aber nicht auf die Agrarpolitik beschränkt. Hier widerspiegelt sich letztlich nur ein Zustand, der für unsere gesamte Wirtschafts- und Sozialpolitik zutreffend ist. Auf Schritt und Tritt treffen wir auf ökonomischen Unsinn, der einer Sozialen Marktwirtschaft widerspricht.

Heute muss die EU-Agrarpolitik sich vorrangig auf vier Hauptziele konzentrieren:

Erstens: Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum und Anpassung der Einkommensentwicklung der Bauern an die der übrigen Bevölkerung.

Zweitens: Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Agrarprodukten zu angemessenen Preisen. Gammelfleisch und Futtermittelskandale zeigen wie schwer sich solche Vorstellungen umsetzen lassen. Was künftig unter angemessenen Nahrungsmittelpreisen zu verstehen ist, bedarf noch einer Definition (sicher in Zusammenhang mit der Forderung nach der Durchsetzung einer gesunden Ernährung und einer schwachsinnigen Klima-Politik).

Drittens: Verbesserung der agrarischen Außenwirtschaftsbeziehungen und der Welternährungslage.

Viertens: Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen (Umweltschutz).

Damit macht sich eine Reformierung der beiden Säulen der Gemeinsamen Agrarpolitik notwendig.

Die erste Säule umfasst Maßnahmen zur Unterstützung des Marktes und direkte Subventionen für Landwirte.
Für die Erneuerung der ersten Säule werden drei Varianten diskutiert:

Erste Variante: Landwirte sollen zu ökologischen Maßnahmen verpflichtet werden, von denen Subventionszahlungen abhängig gemacht würden.

Zweite Variante: Die derzeitige Politik wird beibehalten. Es wird aber eine gerechte Verteilung der Subventionen angestrebt.

Dritte Variante: Direkte Zuschüsse und unterstützende Marktinstrumente werden komplett gestrichen. /7/
Diese Variante dürfte zum Scheitern verurteilt sein.

4. Entwicklung des ländlichen Raumes

Diese zweite Säule der GAP wurde ab dem Jahr 2000 eingeführt. In dieser Säule werden alle bisherigen Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes zusammengefasst.

Sie soll der Erhaltung der ländlichen Gebiete durch die Entwicklung der Wirtschaft und durch die Nutzung ihrer speziellen Ressourcen dienen. Dazu dienen Umweltschutzmaßnahmen, die Diversifizierung der Einkommen im ländlichen Raum und der Schutz des ländlichen Kulturerbes.

In vielen kleineren Ortschaften des ländlichen Raumes hat sich die Lebenswelt der Einwohner grundlegend verändert. Von der Einnahmequelle Landwirtschaft sind heute viele Bewohner des ländlichen Raumes abgeschnitten. Es dominieren immer mehr weniger aber größere und effizientere Agrarbetriebe mit einer sinkenden Zahl von Beschäftigten.

Das Überleben kleiner landwirtschaftlicher Betriebe und die Erhaltung einer auf der kleinen bäuerlichen Produktionsweise basierenden traditionellen ländlichen Kultur und Kulturlandschaft wird für künftige Generationen nostalgisch als ein Wert an sich gehalten.

5. Das magische 6-Eck der europäischen Agrarpolitik

Die EU-Agrarpolitik legt die wirtschaftlichen Grundlagen für die Bauern in 27 Staaten und muss sich an sechs Zielen messen lassen:

  • Ernährungssicherheit,
  • Qualität der Agrarerzeugnisse,
  • Umweltschutzmaßnahmen,
  • ländliche Kultur,
  • internationale Auswirkungen und
  • Lebensstandard der Bauern.

In diesem Zielpaket ist immer ein Zielkonflikt enthalten!

Die GAP ist die am stärksten integrierte EU-Politik. Ein Großteil des EU-Haushaltes wird von ihr beansprucht. Die GAP ist die einzige EU-Politik, bei der alle Mittel aus dem Gemeinschaftshaushalt stammen.
Der neue Schwerpunkt “ländliche Entwicklung” beansprucht 11% des Haushalts./8/

6. Die Agrarstruktur in Deutschland und der EU

In der EU-Agrarpolitik geht man davon aus, dass eine vielseitig strukturierte Landwirtschaft aus leistungs- und wettbewerbsfähigen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben am besten die vielfältigen Anforderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft erfüllen kann.

Seit den Veröffentlichungen der Bundesregierung zur Lage der deutschen Landwirtschaft (Agrarberichte) werden Haupt-/Vollerwerbsbetriebe als Agrarbetriebe definiert, in denen die Familie aufgrund der betrieblichen und persönlichen Verhältnisse voll tätig ist und ihren Lebensunterhalt in der Regel ausschließlich aus dem landwirtschaftlichen Betrieb bezieht. In diesen Betrieben betragen außerlandwirtschaftliche Erwerbseinkünfte weniger als 10% des Reineinkommens. In der Statistik erscheinen diese Betriebe auch als Familienbetriebe. Dabei wird der Familienbetrieb nicht durch den Umfang der LN, sondern durch die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten charakterisiert.
Bei den Zuerwerbsbetrieben handelt es sich um Haupterwerbsbetriebe, bei denen das außerbetriebliche Erwerbseinkommen mindestens 10%, aber weniger als 50% des Erwerbseinkommens beträgt.
Unter Nebenerwerbsbetriebe werden Betriebe verstanden, in denen das Betriebsinhaberehepaar mindestens 50% des Erwerbseinkommens aus einer außerbetrieblichen Tätigkeit bezieht. Bei diesen Betriebsinhabern handelt es sich häufig nur noch um Hobby-Landwirte.

Die aufgeführte Strukturierung ist letztlich ein Spiegelbild des systematischen Ausscheidens von bäuerlichen Betrieben aus den Produktionsprozess und ist Ergebnis des rasanten Strukturwandels in der EU-Landwirtschaft.
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft Europas führt also über einen schmerzhaften Anpassungsprozess zur Abnahme der Zahl der Agrarbetriebe.
Es scheiden eher kleinere Betriebe aus. Das betrifft in Deutschland Betriebe bis zu 75 ha LF. Ab 75 ha LF nimmt bundesweit die Zahl der Betriebe zu. Damit erhöht sich die durchschnittliche Betriebsgröße in der Landwirtschaft.
Diese Entwicklung vollzieht sich insbesondere im früheren Bundesgebiet.

In der Landwirtschaft der neuen Bundesländer hatten sich nach der staatlichen Vereinigung kaum strukturelle Veränderungen vollzogen. Hier hatte sich die Landwirtschaft schon frühzeitig unter staatlichem Zwang den modernen Erfordernissen zur Konzentration anpassen müssen. Eine Tatsache, die auch in anderen neuen EU-Ländern zum Tragen kommt. Die getrennte staatliche Entwicklung hat in den neuen Bundesländern, in Tschechien u. a. neuen EU-Staaten eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft hervorgebracht.
Im Ergebnis des bisherigen Strukturwandels liegt die durchschnittliche Betriebsgröße in den alten Bundesländern bei 40,5 ha LF und in den neuen Ländern bei 184,5 ha LF.

Eine wichtige Ursache für Veränderungen in der EU-Landwirtschaft sind die agrarpolitischen Entscheidungen der EU.
Die EU-Agrarpolitik erforderte und erfordert von den landwirtschaftlichen Betrieben entsprechende Anpassungen, die ihre Struktur und Produktion beeinflussten.

Weitere tiefgreifende Veränderungen insbesondere im Bereich der Agrarproduktion dürfte der “grüne Zeitgeist” bewirken. /9/ Dies im Einklang mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen über den Klimawandel.
Weizen, Zucker, Mais und Raps werden verstärkt zur Energiegewinnung angebaut. Damit gehen Ackerflächen für die Nahrungsmittelproduktion verloren. Befürworter von Biosprit entscheiden sich gegen die Lösung des Welternährungsproblems. Dabei trägt Biosprit – nach Meinung des amerikanischen Klimaschützers GORE wenig bis gar nichts zu einer besseren Ökobilanz bei./10/
Nicht Brot für die Welt, sondern Brot für den Tank – das ist der Slogan des grünen Zeitgeistes!/11/

Mit der Tankverweigerung von E10 an den deutschen Tankstellen wehrt sich der Verbraucher gegen eine der aggressivsten Lobbygruppen in Berlin und Brüssel.
Außerdem wird man das Gefühl nicht los, dass mit Duldung und Förderung unserer Regierung in jeder E10-Zapfsäule ein kleines staatssozialistisches Teufelchen Samba tanzt.

Doz. Dr. agr. habil. Günter Preuße
Leipziger Institut für Bildung und Forschung e.V.

Quelle:

/1/ H. Schulze, “Die Erfindung des Staates”, Spiegel special, Nr. 1/2002, S. 63
bis 64.
/2/ Ebenda, S. 65.
/3/ Vgl. A. John, “Unsere Landwirtschaft gestern – heute – morgen”, Presse-
und Informationsamt der Bundesregierung, Reihe: Politik-Informationen,
Bonn 1992.
/4/ http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaft , S. 3 von 10.
/5/ Auswärtiges Amt – Gemeinsame Agrarpolitik in: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Europa/Aufgaben/Landwir…
/6/ U. Koester, “Diagnose: Hoffnungslos”, Spiegel special, Nr. 1/2002, S. 139.
/7/ EU will Agrarpolitik reformieren, in: http://www.eu
koordination.de/umweltnews/news/landwirtschaft-ge…, S.1 von 1.
/8/ Auswärtiges Amt – Gemeinsame Agrarpolitik, a. a. O., S. 2.
/9/ Siehe “Milliarden für eine schlechtere Welt”, Wirtschaftswoche, Nr. 10 v. 5.3.2011, S. 20 bis 24.
/10/ Ebenda, S. 22.
/11/ Ebenda, S. 23.

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Offener Brief an die Bundeskanzlerin Merkel

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,
aus der Geschichte können wir lernen, dass oft der Zeitgeist die Entwicklung der Gesellschaften bestimmt hat; mancher hatte schlimme oder gar schreckliche Auswirkungen. Die Geschichte lehrt uns auch, dass politisch Verantwortliche nicht selten verhängnisvolle Entscheidungen getroffen haben, weil sie inkompetenten oder ideologisierten Beratern gefolgt sind, und das nicht rechtzeitig erkannten. Außerdem lehrt uns die Evolution, dass die Entwicklung zwar viele Wege beschreitet, die meisten aber in Sackgassen enden. Keine Epoche ist vor Wiederholungen gefeit. Politiker suchen zu Beginn ihrer Laufbahn ein Thema, mit dem sie sich profilieren können. Als Umweltministerin haben Sie das verständlicherweise auch getan. Sie haben den Klimawandel entdeckt, und er wurde Ihnen zur Herzensangelegenheit. Dabei ist Ihnen ein folgenschwerer Fehler unterlaufen, was angesichts dieses Metiers gerade Ihnen als Physikerin nicht hätte passieren dürfen. Sie haben den Klimawandel als menschengemacht anerkannt und teure Strategien zur Vermeidung des sogenannten Treibhausgases CO2 als Handlungsmaxime verinnerlicht, ohne vorher in wirklich kontroversen Diskussionen prüfen zu lassen, ob auch die früheren Temperaturmessungen und viele weitere relevante Klimafakten diese Annahme überhaupt rechtfertigen. Tatsächlich tun sie es nicht! Bei einer umfassenden Prüfung, die wegen der Bedeutung für uns alle zwingend erforderlich gewesen wäre, hätte sich schon vor der Gründung des IPCC gezeigt, dass wir keine CO2-kausal begründbare globale Erwärmung haben, sondern periodische Temperaturschwankungen normalen Ausmaßes. Dementsprechend hat sich die Atmosphäre seit 1998 – also seit 10 Jahren – nicht weiter erwärmt und seit 2003 wird es sogar wieder deutlich kühler. Keines der teuren Klimamodelle hat diese Abkühlung prognostiziert. Laut IPCC hätte es weiter und unvermindert wärmer werden müssen. Aber, was wichtiger ist, anthropogenes CO2 spielt dabei keinerlei erkennbare Rolle. Der vom CO2 absorbierbare Strahlungsanteil ist bereits durch die gegenwärtige Konzentration nahezu ausgeschöpft. Selbst wenn CO2 eine Wirkung hätte und alle fossilen Brennstoffvorräte verbrannt würden, bliebe die zusätzliche Erwärmung langfristig auf den Bereich von Zehntelgraden beschränkt. Das IPCC hätte diesen Sachverhalt auch feststellen müssen, hat jedoch bei seiner Arbeit 160 Jahre Temperaturmessungen und 150 Jahre CO2-Bestimmungen außer Acht gelassen und damit jeden Anspruch auf Wissenschaftlichkeit verloren. Die wesentlichen Aussagen zu diesem Thema sind als Kernaussagen beigefügt.Inzwischen wurde die Überzeugung vom Klimawandel und dessen menschlicher Urheberschaft zu einer Pseudoreligion entwickelt. Ihre Verfechter stellen nüchtern und sachbezogen analysierende Realisten, zu denen ein Großteil der internationalen Wissenschaftlerelite gehört, bedenkenlos an den Pranger. Im Internet findet man zum Glück zahlreiche Arbeiten, die detailliert nachweisen, dass es keinen durch anthropogenes CO2 verursachten Klimawandel gibt. Gäbe es das Internet nicht, könnten sich die Klimarealisten kaum Gehör verschaffen, denn ihre kritischen Beiträge werden nur noch selten veröffentlicht. Die deutschen Medien nehmen in der Ablehnung solcher Beiträge einen traurigen Spitzenplatz ein. Beispiel: Im März diesen Jahres fand in New York die 2. Internationale Klimakonferenz der Klimarealisten statt. An dieser wichtigen Konferenz nahmen ca. 800 führende Wissenschaftler teil, darunter viele der weltbesten Klimatologen bzw. Fachleute verwandter Disziplinen. Während die US-Medien und hier nur die Wiener Zeitung ausführlich darüber berichteten, haben bei uns Presse, Fernsehen und Radio geschwiegen. Es ist bitter, feststellen zu müssen, wie sich unsere Medien weiterentwickelt haben: In früheren Diktaturen wurde ihnen mitgeteilt, was nicht berichtenswert sei, heutzutage wissen sie es leider ohne Anweisungen. Meinen Sie nicht auch, dass Wissenschaft nicht nur die Suche nach der Bestätigung einer These ist, sondern vor allem die Prüfung, ob das Gegenteil die Realitäten besser erklärt? Wir ersuchen Sie daher, Frau Dr. Merkel, Ihre Position zu diesem Komplex gründlich zu überdenken und ein vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) unabhängiges ideologiefreies Gremium einzuberufen, in dem kontroverse Argumente offen ausgetragen werden können. Wir Unterzeichner wollen hierzu gerne unsere Hilfe anbieten. Wir verbleiben mit freundlichen Grüssen

Prof. Dr.rer.nat. Friedrich-Karl Ewert EIKEDiplom-Geologe. Universität. – GH – Paderborn, Abt. Höxter (ret.)Dr. Holger Thuß EIKE Präsident Europäisches Institut für Klima und Energie www.eike-klima-energie.eu/Die Kernaussagen können als pdf Datei herunter geladen werden s.u.* in der Physical Review E68, 046133 (2003) ,** Interview Die Zeit

Mitunterzeichner:Wissenschaftler1 Prof. Dr. Hans-Günter Appel Hütteningenieur und Werkstoffwissenschaftler.2 Prof. Dr. hab. Dorota Appenzeller Prof für Ökonometrie und angewandte Mathematik VizeDekan der Universität Poznan Polen3 Prof. Dr. Wolfgang Bachmann Leiter des Instituts für Schwingungstechnik, FH Düsseldorf bis zum Ruhestand 20024 Prof. Dr. Hans Karl Barth Geschäftsführer / Managing Director World Habitat Society GmbH – Environmental Services5 Dipl.Biologe Ernst Georg Beck6 Dr. rer.nat. Horst Borchert Dipl.Physiker7 Dipl. Biol. Helgo Bran Biologe ehem. MdL BW Grüne8 Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Buse Biochemiker9 Dr.Ing. Ivo Busko Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. in der Helmholtz-Gemeinschaft Institut für Technische Physik10 Dr. Ing. Gottfried Class nukleare Sicherheit, Kernfusion, Thermohydraulik, physikalische Chemie11 Dr. Ing Urban Cleve Kernphysiker Thermodynamiker, Energietechniker12 Dr. rer. nat. Rudolf-Adolf Dietrich Energieexperte13 Dipl.-Ing. Peter Dietze IPCC Expertreviewer TAR, Klimaforscher14 Dr. rer. nat. Siegfried Dittrich Physikochemiker15 Dr.rer.nat. Theo Eichten Diplom-Physiker16 Ferroni Ferruccio Zürich Präsident NIPCC-SUISSE17 Dr. sc.agr. Albrecht Glatzle Agrarbiologe, Director científico INTTAS, Paraguay18 Dr. rer..nat. Klaus-Jürgen Goldmann Dipl. Geologe19 Dr. rer.nat. Josef Große-Wördemann Physikochemiker20 Dr. rer. nat. Günther Hauck Dipl.-Chem.21 Prof. Dr. rer.nat. Detlef Hebert ehem. Fakultät für Chemie und Physik Institut für Angewandte Physik22 Dipl. Geologe Heinisch Heinisch23 Dr. rer.nat. Horst Herman Dipl. Chemiker24 Prof. Dr. Hans-Jürgen Hinz Uni-Münster Institut für Physikalische Chemie25 Dipl. Geologe Andreas Hoemann Dipl. Geologe26 Dr. rer. nat. Heinz Hug Chemiker27 Dr. rer.nat. Bernd Hüttner Theor. Physiker28 Prof. Dr. Werner Kirstein dipl. Physiker & Geograph29 Dipl. Meteorologe Klaus Knüpffer METEO SERVICE weather research GmbH30 Dr. rer. hort. Werner Köster Agrarwissenschaftler31 Dr. rer.nat. Albert Krause Chemiker Forschung32 Dr. rer. nat Norbert Kunert Dipl. Geologe33 Dr. rer. nat. Peter Kuzel Diplomchemiker34 Drs.oek. Hans Labohm IPCC AR4 Expert reviewer, Dipl. Kfm.35 Dr. rer.nat Ludwig Laus Dipl. Geologe36 Dr. rer.nat. Rainer Link Physiker37 Dipl. Pysiker Alfred Loew38 Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke Dipl. Physiker HTW Saarbrücken39 Prof. Dr. Horst Malberg Universitätsprofessor (A.D.) für Meteorologie und Klimatologie40 Dr. rer.nat Wolfgang Monninger Geologe41 Diplom-Meteorologe Dieter Niketta42 Prof. Dr. Klemens Oekentorp Leiter ehem. des Geol.-Paläont. Museums der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster43 Dr. rer.nat. Wolfgang Poppitz Chemiker44 Dipl. Meteorologe Klaus-Eckart Puls Dipl. Meteorologe45 Prof. Dr. Dieter Pumplün Mathematik46 Prof. Dr. Klaas Rathke Hochschule OWL Abt. Höxter47 Prof. Dr. Oliver Reiser UNI Regensburg48 Dipl. Physiker Wolfgang Riede Dipl.-Phys. ETH, DLR Stuttgart49 Dipl.-Ing. Wolfgang Sander50 Diplom- Mineralogin Sabine Sauerberg Geowissenschaftlerin51 Prof. Jochen Schnetger Chemiker52 Prof. Dr. Sigurd Schulien Hochschullehrer i.R.53 PD Dr.habil.Dr.rer.nat. Eckhard Schulze Dipl.Pys., Med. Physik54 Dr. rer.nat. Franz Stadtbäumer Dipl.-Geologe55 Dr. rer.nat. Gerhard Stehlik Physikochemiker56 Dr. rer.nat.habil Lothar Suntheim Diplomchemiker57 Dipl.-Ing. Heinz Thieme Gutachter58 Dr.phil. Dipl. Meteorologe Wolfgang Thüne Umweltministerium Mainz59 Dr. rer. oec., Ing. Dietmar Ufer Energiewirtschaftler, Institut für Energetik, Leipzig60 Dipl. Meteorologe Horst Veit61 Prof. Dr. Detlef von Hofe ehem. Hauptgeschäftsführer DVS62 Dipl. Geograph Heiko Wiese Geographie, Meteorologie, stud. Wetterbeobachter)63 Dr.rer.nat. Erich Wiesner Euro Geologe64 Dr.rer.nat. Ullrich Wöstmann Dipl Geologe65 Prof. em. Dr. Heinz Zöttl Forstbiologe -Geologe66 Dr.rer.nat. Zucketto Dipl. Chemiker ,früher ARCOS u. ESAB KonzernBesorgte engagierte Bürger1 Dipl. Ing. FH. Burckhard H. Adam Energie- und Bauberatung2 Dipl. Ing Paul Allenspacher Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.3 Prof. Dr.Ing. Dieter Ameling Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl a. D.4 Hartmut Bachmann Präsident eines US Wirtschaftsinstituts5 Kerstin Bakowski6 Dipl. Ing. Klaus Bark E-Technik7 Dietrich Barth Realoberlehrer i.R.Geographie & Geologie8 Hilde Barth Oberlehrerin i.R.9 Christian Bartsch Journalist10 Dipl. Ing. Edgar Bätz EVU Leipzig & Institut für Energetik11 Dieter Ber Marketingdir. a.D.12 Dipl. Ing. Marco Bernardi Kfz-Sachverständiger13 Dipl. Ing. Leonhard Bienert Entwicklung Kernenergie ex DDR14 Dr. rer.nat Christian Blex15 Dr. agr. Arwed Blomeyer Ministerialrat a. D.16 Theodor Blum Elektromeister17 Dr. Ing. Richard Bock18 Ralph Bombosch19 Dipl. Ing. Paul Bossert Architekt20 Dr. Böttiger Theologie, Pädagogik, Promotion in Soziologie.21 Dipl. Biol. Helgo Bran Biologe ehem. MdL BW Grüne22 Ingenieur Jacob Brandt23 Johannes Brender Vorstand BMB Bund mündiger Bürger24 Dr. Ing. Wolfgang Brune Energiewirtschaftler25 Dieter Bunselmeyer Kaufmann26 Dipl. Ing M.G. Bury Elektroingenieur27 Dipl. Ing. Jan Chaloupka28 Dipl.-Volkswirt Henning Clewing ehem. Geschäftsführer von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus29 Hans-Werner Degen30 Dipl. Ing. Andreas Demmig Selbstständiger Ingenieur,31 Dipl. Ing Peter Dettmann technischer Umweltschutz32 Dipl. Ing. Hakola Dippel Förster33 Dipl. Ing. M.A. Enno Dittmar34 Dipl. Chemiker Gert Dobrowolski Studiendirektor35 Heiko Dörr Controller Industriemeister Fachrichtung Metall36 Gudrun Dressler37 Rolf Dressler Journalist. ehem. Chefredakteur Westfalenblatt38 Dipl. Ing. Johannes Drosdeck Maschinenbau Automotive39 Dipl.-Math. Heinrich Duepmann Dipl.-Math. Vorsitzender naeb e.V.40 Dipl. Phys. Vince Ebert Diplomphysiker und Wissenschaftskabarettist41 Dr.med. Christian Eilers Radiologe42 Dipl. Brm. Manfred Emmerich43 Dipl. Ing. Klaus Emmerich Heizungsbau44 Dr. med. Wolfram Enders Arzt45 Walter Faulenbach GF a.D.46 Dipl. Chemiker Rainer Feldhaus47 Dipl. Ing. Konrad Fischer Architekt48 Diplom Bibliothekar Stephan Fischer49 Dr.rer.nat. Dieter Fischer Physiker50 Wolfgang Frerich51 Diplom-Meteorologe Christian Freuer52 Dipl. Ing. Jürgen Fuchsberger Architekt53 Dipl. Ing. Horst Gampper54 Krishna Gans55 Dipl. Hydrobiologe Edgar Gärtner Journalist56 Dr. Ing. Adolf Gärtner57 Dr. Ing. Peter Geier Ernergiewirtschaftler58 Dr.Ing. Hans-Jürgen Gläsel59 Dipl. Ing. Dipl-Inform. Ewald Gleixner Software-Entwicklung60 Dipl. Ing. Pierre Gosselin Übersetzer Technisches Übersetzungsbüro61 Tatjana Gräfin Dönhoff Journalistin/Autorin62 Dipl. Geograph Krystyna Gre Universität Posen63 Helmut Groß Bürgermeister der Stadt Tengen64 Hans-Friedrich Große FU-Meteorologe65 Dr. Axel Haas Dipl.-Kaufmann, Geschäftsf.- Gesellschafter,66 Haase67 Diplom-Physikerin Christel Hahn68 Dr. rer. nat. Günther Hauck Dipl.-Chem.69 Dipl. Ing. Wilfried Heck Elektrotechnik70 Dipl. Ing. Bernd Heinmüller Elektrotechnik71 Armin Heinzelmann Projektmanager72 Dr. rer.nat. Peter Heller Astrophysiker73 Dr. Ing. Herbert Heuser74 Rainer Hoffmann Prokurist75 Dipl.-Brm. Jens Hofmann76 Prof. Dr.-Ing. Heiko Hofmann Berufsakademie Dresden77 Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein78 Dipl. Kfm. Siegfried Holler79 Dr. Ing. Kurt Honrath Technischer Vorstand i.R.80 Stud.Dir.i.R. Klaus-Peter Hoop Chemie, Mathematik81 Peter Hoppe82 Christoph Horst Jurist83 Melanie Hüttner freischaffende Künstlerin84 Diplom Biologin Hannelore Hüttner Ökologie85 Diplom Biologin Marion Hüttner86 Rolf Ihsen Verband für Gesundheits- & Landschaftsschutz e.V.87 Rüchel Ingo Schulleiter i.R./OStD (Mathematik, Physik)88 Dipl. Kfm, Oliver Janich Journalist Focus Money Bundesvorsitzender der “Partei der Vernunft”., ,89 Ulf Johannsen Baumpfleger90 Dipl. Ing.oec. Horst Jungnickel ehemals leitender Mitarbeiter in der Energiewirtschaft91 Wolfram von Juterzenka92 Silvia Kaiser Industriekauffrau93 Dipl. Ing. Andreas Kaluza Bergbau Ing. Metallurge94 Jürgen Kampmeier95 Dr. rer. nat Volker Kay Diplom Biologe96 Prof. Dr. Ing. Helmut Keutner TFH Berlin FB-VI97 Winfried Klein Oberstudienrat,98 Dr.med. Willi Klümpen Arzt99 Dr. Ing. Dietrich E. Koelle Ingenieurbüro für Systemanalysen100 Andreas Kolb101 Dipl. Ing. Peter Krah MinR a.D.102 Friedrich Krause Geschäftsführer ehem.103 Diplommedizinerin Charlotte Krause Oberärztin i.R.104 Dr. rer. pol. Klaus Peter Krause Journalist105 Norman Krayer Personalberater106 Dr. Ing. Dipl.Ing. Oswald Kreitschitz Physiker und Unternehmen107 Dipl. Ing. Siegfried Kröger Ltd. Baudirektor, EW108 Dipl. Ing. Frantisek Kruzik109 Oliver Kulbe Gesundheitsexperte110 Joachim Lampe111 Prof. Dr. Klaus Landfried Professor a.D. und Universitätspräsident a.D.112 Martina Lange Progammiererin113 Dr. rer. nat. Christoph Leinß Oberforstrat114 Dipl. Ing. Raimund Leistenschneider115 Obering. i.R. Ludwig Lenniger116 Dipl. Ing. Michael Limburg Vizepräsident Europäisches Institut für Klima und Energie117 Dipl. Mathematiker Ludger Linneborn118 Ulrich Löbert Kaufmann119 Dipl. Chemiker Ehrenfried Loock120 Dr. jur. Bernward Löwenberg Landrat des Main-Taunus-Kreises a.D.121 Manfred Lubas122 Evelin Maas123 Dipl. Kfm. Wolfgang Meister Dipl.-Kfm.124 Dr. rer. nat. Enno Meyer Meyer, Physiker, Patentanwalt125 Erik Michaelis126 Hannelore Mohringer med. techn. Assistentin127 Hans-Martin Moll Bürgermeister128 Jens G. Müller Kameramann129 Dipl. Ing. Hainer Müller130 Dipl. Verw.W. Wolfgang Müller Geschäfstführer IUF131 Thomas Nissen selbständiger Kaufmann132 Dr. Sc.agr. Albrecht Nitsch133 Hermann Norff134 Hagen Nortmann NORTMANN CONSULT GMBH135 lic.oec.HSG/MBA Peter Nortmann136 Josef Nottelmann Nottelmann & Partner GmbH137 Dr. Ing. Arman Nyilas Ingenieurbüro138 Dipl. Ing. Hans-Jörg Oehm Regierungsbaumeister für Städtebau139 Ing. grad. Peter Orth Entwicklung Automotive i.R.140 Prof. Dipl. Ing. Michael Otto141 Willibert Pauels142 Dr. rer.nat. Hans Penner Dipl. Chemiker143 Dr. Ing. Friedrich Wilhelm Peppler Kernreaktorsicherheitsexperte144 Georg von Petersdorff-Campen Landwirt145 Dr. Ing. Helmut Pöltelt Energieexperte TETRA Energie GmbH Kernenergie146 Dipl.-Kfm. Adolf Rasch147 Dipl. Vwt. Heide-Marie Rasch Abgeordnete des Kreistages von Nordfriesland148 Dipl. Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Inhaber Ingenieurbüro149 Prof. a.D. Dr.-Ing. Eberhard Rauschenfels150 Jutta Reichardt Choreografin u. Moderatorin151 Prof. Dr.-Ing. Sc. D. Helmut Reihlen Direktor des DIN Deutsches Institut für Normung i.R.152 Dipl. Kfm. Walter Rentel153 Gabriele Rentrop154 Erich Richter155 Dr. Ing. Roland Richter Nuklearservice bei der K.A.B. AG Berlin156 Dipl. Ing. Jürgen Roesicke Dipl.- Ing. Industrielle Mikrobiologie157 Niels Rohde Kaufmann, selbständig158 Friedhelm Rostan159 Dipl. Ing. Markus Rustemeier160 Dipl. Ing. FH Johannes Schlorke Elektroniker i. R.161 Dipl. Ing. Michael Schneider Energie + Verfahrenstechnik162 Michael Schröter Schröter Kontor – SCHRÖTER GMBH & CO. KG163 Winfried Schubert freier Jounalist164 Dr. med. Robin Schürmann Arzt165 Dipl. Ing Jürgen Seesselberg166 Dr. phil Robert Sellmeir Dipl. Physiker, Unternehmer, Geschäftsführer167 Franz Sommersperger Flugkapitän168 Dipl. Ing. Jørgen Sørensen Energieberater169 Joachim Späth Maschinenbautechniker, KFZ Meister, Landwirt170 Günter Stiehl Techniker171 Dipl. Ing. (BA) Norman Stoer Systemadministrator172 Dipl. Ing. Eberhard C. Stotko Präsident VDSt-Akademie173 Heinrich Stracke ehemals Landschaftsarchitekt174 Dr.jur. Gallus Strobel – Bürgermeister Triberg175 Dr. rer. nat. Günter Stromburg Physiker176 Dr.rer.nat Detlef Symietz177 Wolfgang Theophile178 Dr. med. Heinrich Thieler Arzt179 Dipl. Ing. Erhard Thilo Geschäftsführer a.D180 Dr. Ing. Christian Thoma181 Dr.rer.pol. Holger Thuss EIKE Präsident182 Siegfried Torbohm183 Dipl. Ing. Horst Trippe Entwicklung Automotive184 Ludger Viefhues185 Reiner Vogels Pfr. i.R186 Dipl. Ing. Walter Vollert Dipl.-Ing. Maschinenwesen187 Dipl. Ing Georg Völlink Energie- und Verfahrenstechnik188 Diplom Physiker Alvo von Alvensleben189 Dr. jur. Henning von Mangold Ass. MBA Kaufmann190 Betr.Wirt. grad. Jürgen Voß191 Michael Wagner Kafmann192 Raymond Walden Autor193 Michael Weber194 Dipl. Ing. Günter Weber Herausgeber Verlagsgruppe ‘markt intern’195 Dr. rer.nat. Martin Wehlan Dipl. Chemiker, Patentanwalt196 Tubbesing Werner Verkaufsleiter197 Carl Paul Wieland Forschung und Entwicklung198 Dr. rer. nat. Otto-Henning Wilhelms Pharmakologe i.R.199 Dipl. Ing. Hans-Heinrich Willberg200 Ulf Wilmerstaedt Diplom-Lehrer (Physik / Mathematik)201 Alois Wübbeling Risikomanager Firmenfinanzen.202 Dr. rer.nat. Knut Wuntke Dipl.Chemiker203 Dipl. Ing. (FH) Gerd Zelck204 Ing. grad. Christian Ziekow205 Dr. med. Hans-Joachim Zielinski Arzt206 Dipl.-Kffr. Claudia Zirker Gegenwind Spessart207 Dr. jur. Matthias Zirker

Als Mitunterzeichner Peter Rauch
Quelle:www.anti-mobbing-blog.blogspot.com

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Uni brennt :: Und DAS BÜNDNIS brennt mit!

(Nachricht über Facebook von Hikmet Kayahan)
Das Bündnis gegen den Rechtsruck solidarisiert sich mit den kämpfenden StudentInnen und wird alles in seiner Macht stehende tun, um diese Kämpfe zu unterstützen.

Die Proteste und Kampfmaßnahmen der Studierenden sind ermutigend. Sie zeigen, dass die Versuche der Mächtigen, die Krise für das Schüren von Angst und Anpassung zu instrumentalisieren, nicht aufgehen müssen. Wir können auch mit Solidarität und Widerstand reagieren, wir können damit die Grundlagen für eine demokratische Wende legen, die aus der neoliberalen Sackgasse herausführt.

Die Forderungen der StudentInnen nach einer besseren materiellen Ausstattung der Universitäten und nach Aufhebung der zunehmenden Selektion im Bildungsbereich, sind sowohl in ihrem eigenen Interesse als auch im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung sinnvoll und vernünftig. Und sie treffen den Kern herrschender Hochschulpolitik.

Diese bewegt sich in einem wiederkehrenden Widerspruch: Auf der einen Seite brauchen die Kapitaleliten im globalen Konkurrenzkampf zunehmend mehr wissenschaftliches Know-how. Auf der anderen Seite kostet das Geld und erzeugt, je mehr der Zugang zu Wissen und Bildung verallgemeinert wird, einen – aus ihrer Sicht unerwünschten – emanzipatorischen Überschuss. Denn bekanntlich ist Wissen auch Macht, und je breiter der Zugang zu höherem Wissen, desto höher auch die Möglichkeit zur Demokratisierung von Macht. Im sog. Bologna-Prozess haben sich die EU-Machteliten auf ein System zur Vereinheitlichung der EU-Hochschullandschaft geeinigt, um diesen Widerspruch kapital- und herrschaftskonform zu kanalisieren – durch Schaffung einer steilen Bildungshierarchie: Rasch verwertbare Schmalspurausbildung für die Masse in Form eines kurzen Bachelor-Studiums, nur mehr ein kleiner Teil dieser StudentInnen soll anschließend zum Masterstudium weitergelangen, von denen wiederum nur mehr ein Bruchteil zum Doktorat. Die Länge und die Kosten der weiterführenden wissenschaftlichen Qualifikation sorgen dafür, dass sich sozialen Eliten „weitervererben“. Es ist kein Zufall, dass sich mit dem EU-Beitritt der gesellschaftliche Rückwärtsgang an den österreichischen Unis beschleunigt hat:

- Die studentische und demokratische Mitbestimmung wurde über weite Strecken abgeschafft bzw. zurückgedrängt, während Ministerium auf der einen Seite und Industrie- und Bankmagnaten auf der anderen immer direkter ihre Interessen an den Unis durchsetzen können.

- Die Studienpläne der meisten Studien wurden bereits auf die Bologna-Hierarchie umgestellt (Bachelor, Master, Doktor)

- Einschränkung von Familienbeihilfe und Freifahrt, sowie die Einführung von Studiengebühren verschärfen die soziale Selektion (Die teilweise Abschaffung der Studiengebühren zeigt freilich auch, dass hartnäckiger Widerstand auch am Establishment nicht spurlos vorbeigeht).

- Durch das EUGH-Urteil betreffend die Zulassung von deutschen Studierenden an den österreichischen Unis wurde der Vorwand geschaffen, Zugangsbeschränkungen für alle einzuführen. Mit dem neuen Universitätsgesetz wird es ermöglicht, solche Selektionshürden sowohl am Beginn des Studiums als auch zwischen Bachelor und Master flächendeckend zu installieren.

Zugleich kamen und kommen auch die Hochschulen verstärkt unter die Maastricht-verordnete Sparpolitik. Seit Mitte der 90er Jahren stagniert die Zahl der ProfessorInnen und sinkt die Zahl des gesamten universitären Lehrpersonals. Die ständige Verschlechterung der personellen und materiellen Ausstattung schlägt sich auch in den Studierendenzahlen nieder. Vergleicht man die 14 Jahre vor dem EU-Beitritt mit den 14 Jahren seither, so ist die Bilanz eindeutig: Von 1980 bis 1994 stieg die Zahl der Studierenden um 87%; von 1994 bis 2008 nur mehr um mickrige 3,4% (nachdem sie zwischenzeitlich nach Einführung der Studiengebühren sogar dramatischen gesunken war).

EU-Kommission und Regierungsvertreter haben bereits unmissverständlich angekündigt, dass so bald wie möglich neue Sparpakete geschnürt werden sollen. Damit sollen die Krisenlasten vorwiegend von jenen getragen werden, die in hohem Maß von öffentlichen Ausgaben abhängig sind: zukünftige Generationen, sozial Schwache, PensionistInnen, Kranke und – last but not least – StudentInnen und SchülerInnen.

Sparen bei der Bildung ist extrem kurzsichtig. Wir brauchen viel mehr Bildung für viel mehr Menschen, um einen demokratischen Ausweg aus den tiefen wirtschaftlichen, soziale und ökologische Krisen durchsetzen zu können. Es ist absurd zu behaupten, dass das Geld dafür nicht vorhanden wäre. Selbst im Krisenjahr 2008 haben die 40 börsenotierten ATX-Unternehmen mehr Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet als das gesamte Hochschulbudget ausmacht. Von 2006 bis 2008 wurde das Militärbudget um 740 Millionen erhöht – alleine dieser Zuwachs für Rüstung entspricht einem Drittel des gesamten Budgets für den tertiären Bildungssektor im vergangenen Jahr.

Staatliche Sparpakete, Sozial- und Bildungsabbau stellen keinen Ausweg aus der Krise dar, im Gegenteil: Diese Politik hat maßgeblich die derzeitigen wirtschaftlichen Verwerfungen verursacht. Wir brauchen einen Weg raus aus der Sackgasse statt noch weiter in sie hinein. Die Bewegung der StudentInnen gegen den herrschenden Bildungsnotstand kann auch anderen Bevölkerungsgruppen Mut machen, aktiv für ihre Interessen und gemeinsam für eine solidarische, ökologische und demokratische Wende einzutreten: Umverteilung von oben nach unten, Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze durch massive Steigerung der öffentlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheit, soziale Sicherheit, eine rassismus- und diskriminierungsfrei Gesellschaft für alle, umweltfreundlichen Verkehr und erneuerbare Energien!

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Am Mittwoch, 28. Oktober 2009 finden in vielen Hochschulstädten Demonstrationen gegen den Bildungsnotstand statt. Aktuelle Termine auch unter

www.facebook.com/l/9fa99;www.unibrennt.at/

Demo in Wien:
www.facebook.com/event.php?eid=194565580940&ref=mf

Der solare Einfluß auf unser Klima erneut bestätigt! CO2 Einfluß nicht nachweisbar!

Quelle: eike-klima-energie.eu
Der Meteorologe Prof.em. Dr. Horst Malberg legte dieser Tage im Fachmagazin “Berliner Wetterkarte” seine neueste Forschungsarbeit vor. Sie zeigt die Enflüsse der beiden pazifischen Strömungen La Niña und El Niño auf die globale Klimaentwicklung seit 1950 bis 2008. anhand neuester Daten konnte Prof. Malberg nachweisen, daß der thermische Antrieb der ENSO Phasen seit 1950 (Abb.) mit dem Verhalten der Sonnenfleckenzahl (Abb.8), eng korreltiert. Der grundsätzlich synchrone Verlauf ist offensichtlich.
…Für die geäußerte Vermutung, der anthropogene Treibhauseffekt würde, wenn schon nicht vor 1950, so doch nach 1950 den Klimawandel wesentlich beeinflussen, gibt es keinen realen klimatologischen Beweis. Alles spricht dafür, dass es sich auch in den letzten 6 Jahrzehnten bei dem vom IPCC postulierten dominanten Treibhaus-/CO2-Einfluss auf die globale Temperaturentwicklung (Erwärmung) nur um eine Scheinkausalität handelt. eike-klima-energie.eu

Harvard Klimatologe Prof. Lindzen widerlegt postulierte Treibhau-Verstärkungseffekt des IPCC

Quelle: www.eike-klima-energie.eu
Die gesamte alarmistische Klima-Hypothese des IPCC basiert auf der Annahme einer positiven Verstärkung des minimalen theoretischen CO2-Treibhaus-Effektes,durch Wasserdampf in der Atmosphäre, die man auch in allen Klima-Rechenmodellen zugrunde gelegt hat. Der Effekt von CO2 alleine ist außerordentlich gering: nur etwa 0,6 °C bei CO2-Verdoppelung entsprechend dem international anerkannten MODTRANS-Rechenprogramm für die Strahlungsphysik der Atmosphäre. Für die IPCC-Annahme einer 5-fachen Verstärkung durch Wasserdampf (beziehungsweise einer 2,5 bis 10-fachen Verstärkung, so genau weiß man es leider nicht) gab es jedoch bisher keinen Beweise…

Вiнниця (Winnyzja, Vinnitsa) 20.5.– 26.5.2009 – Meine Eindrücke von der Ukraine

Mit der Reise wollte ich mich über die Kultur und die wirtschaftliche Lage in der Ukraine und auch über die Möglichkeit von kooperativen Beziehungen beziehungsweise die Erschließung neuer Geschäftsfelder informieren.

Bereits vor Jahren hatte ich Angebote zu Handelsbeziehungen erhalten, ohne diese richtig einordnen zu können. Natürlich interessierte es mich auch als Fachmann für Immobilien, welche Bautechnologien (Beton- und Mauerwerksbau) zur Anwendung kommen, um hier Vergleiche zur Bauausführung in Deutschland und der CESKA Republika anstellen zu können. Mich interessierte neben der Ausführung der Wohngebäude auch die Infrastruktur sowie die wirtschaftliche Lage.

Ich bin kreuz und quer durch Vinnitsa gelaufen, ohne irgendwo Probleme zu bekommen. Allerdings habe ich versucht, wichtige Hinweise auch einzuhalten, mich möglichst unauffällig zu kleiden und den Mund zu halten, damit man mich nicht gleich als Ausländer erkennt. Bei Dunkelheit sollte man nicht mehr auf die Straße gehen, wobei dies an den Abendstunden auch möglich war. Es verlockte zwar, Gespräche mit den Bauarbeitern zu führen, ich unterließ dies aber. (In Deutschland hatte ich gemeinsam mit Russen, Polen und Ukrainer gearbeitet und hatte keine Probleme. Sie haben ihre Arbeit ordentlich gemacht.) Vorsichtshalber habe ich mich auf eigene Beobachtungen beschränkt und Gespräche nur mit mir bekannten Personen geführt.

Neue Wohngebäude in der Вул. Зодчих

Neue Wohngebäude in der Вул. Зодчих

Vinnitsa besteht sowohl aus älteren Gebäuden aus Ziegelsteinen und Großplattenbauweise sowie aus vielen neuen Gebäuden unterschiedlicher Konstruktion. Dazu gehören Gebäude in traditioneller Ziegelbauart bis 9 Etagen oder die Skelettbauweise. Die Ziegelbauart dominiert in der Ukraine und konnte bei den vielen Hunderten Kilometer Autofahrt durch das Land festgestellt werden.

Gerade bei den neuen Gebäuden wurden interessante architektonische Aspekte umgesetzt. Im Stadtplan vom 26.11.2007 sind umfangreiche Gebäudeplanungen ausgewiesen, wie zum Beispiel in der Вул. Зодчик.

Die Hauptstraßen sind soweit in Ordnung. Hier sind wesentlich weniger Löcher als in den Nebenstraßen. Die Nebenstraßen in meiner Heimatstadt sind aber auch nicht in Ordnung. In Вилнниця sind die Löcher etwas größer, aber man sieht diese eben schon von weiten und kann sie umfahren. Vergleicht man natürlich die Qualität der Landstraßen mit den in Deutschland oder Polen, so schneiden diese nicht gut ab. Das Schreiben im Bus ist durch das Rütteln nahezu unmöglich.

Zum vollständigen Bericht

Auto: Peter Rauch Juni 2009

Neoliberale Wirtschaftspolitik heute

Der amerikanische Nobelpreisträger J. STIGLITZ unterstrich im Jahr 2008: “Wir haben bereits in der Weltwirtschaftskrise gelernt, dass der Markt allein es nicht richtet. Aber das ist 80 Jahre her. Und irgendwann ist das Bewusstsein dafür verloren gegangen.”

Voller Optimismus schrieb der Wirtschaftsjournalist U. SCHÄFER 2008 im Vorwort zu seinem Buch “Der Crash des Kapitalismus. Warum die entfesselte Marktwirtschaft scheiterte”:
“Die Wirtschaft, wie wir sie kennen, ist im Herbst 2008 untergegangen. Die Welt wird künftig eine andere sein. Es wird etwas Neues entstehen. Eine andere Marktwirtschaft. Eine sozialere Marktwirtschaft. Das jedenfalls ist zu hoffen.”

Es wird bei dieser Hoffnung bleiben müssen! Es sei denn die Wirtschaftspolitik streift ihr neoliberales Kleid tatsächlich ab.
Die so genannte entfesselte Marktwirtschaft hat sich systematisch in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten herausgebildet. So wie sich die Marktwirtschaft zu Beginn der heutigen Finanz- und Wirtschaftskrise darstellt, ist sie letztlich das Ergebnis einer Vielzahl von wirtschaftspolitischen Entscheidungen, die die Öffnung der Finanzmärkte bewirkten, die Gewerkschaften schwächten, Steuersenkungen herbeiführten und Staatsbetriebe sowie kommunale Wirtschaftseinrichtungen privatisierten. Richtungsweisend für diese Entwicklung waren als Vordenker die Nobelpreisträger M. FRIEDMAN (USA) und F. A. von HAYEK (Österreich). Ihr wirtschaftspolitisches Gedankengut fiel ab Mitte der 70er Jahre in vielen Ländern auf fruchtbaren Boden. Vorher hatte ungefähr 2 Jahrzehnte nach dem letzten Weltkrieg KEYNES mit seinen wirtschaftspolitischen Vorstellungen vom helfenden Staat das Handeln der Politik bestimmt. Danach gewann neoliberalistisches Gedankengut in der Politik die Oberhand. Von den bekannten Ökonomen in den westdeutschen Bundesländern wurde dann nur noch P. BOFINGER als einer der fünf “Wirtschaftsweisen” als “letzter Keynesianer” wahrgenommen.

Die Entwicklung wieder hin zum ungezügelten Kapitalismus des 19. Jahrhunderts und zur entfesselten Marktwirtschaft wurde durch die politischen Entscheidungen vieler Regierungen und Politiker vorangetrieben. Zunächst von konservativen, dann aber auch von sozialdemokratischen Politikern. SCHÄFER verweist dabei auf folgende bedeutende Politiker und ihre einschneidenden Maßnahmen:

R. NIXON: Er wirft das Weltfinanzsystem um und löst den “Nixon-Schock” aus. Das ist die Geburtsstunde der modernen entfesselten Marktwirtschaft. Das von Keynes geprägte Wechselkurssystem wurde von Nixon am 15. August 1971 beendet.
M. THATCHER gelang es, die Macht der Gewerkschaften zu brechen. Sie machte deutlich, dass “im Kampf zwischen Arbeit und Kapital nun allein das Kapital die Siegerstraße beherrscht”.

R. REAGAN senkt in großem Umfang die Steuern. Im D-Zug-Tempo peitscht er im Kongress seine Steuerreform durch und baut regulierende Gesetze ab. Dabei war man sich darüber klar, dass die vorgesehenen Steuersenkungen nur über einen massiven Angriff auf den Wohlfahrtsstaat finanzierbar sind.
Letzten Endes stand der Staat vor Ende der zweiten Wahlperiode Reagans vor dem Bankrott.
H. KOHL verkauft die Staatsunternehmen und öffnet den europäischen Binnenmarkt.
Durch den Euro werden die Mitglieder der Währungsunion zu zügigen Reformen, zur Senkung von Steuern und Abgaben und zum Rückzug des Staates aus der Wirtschaft gezwungen.
G. SCHRÖDER bricht als Sozialdemokrat mit dem Versprechen, dass der Wohlfahrtsstaat für alles aufkommt. Mit der Agenda 2010 u. a. Maßnahmen hat die rot-grüne Koalition die neoliberalen Wirtschaftsreformen weiter vorangetrieben. Mit dieser Koalition vollzog sich nach A. MÜLLER, Nationalökonom und Politikberater, der Dammbruch zur Umsetzung neoliberaler Ideologien und zum “Umbau” des Sozialstaats in Deutschland. (A.Müller, Die Reformlüge, S. 389)

Müller weist in seiner Publikation “Machtwahn” darauf hin, dass auch auf EU-Ebene die maßgeblichen Kräfte nicht mehr für das europäische Sozialstaatsmodell streiten. Der Ausgang der letzten EU-Wahlen wird diese Tendenz verstärken. Die neoliberalen Kräfte besitzen das Übergewicht.

Dr. agr. habil. Günter Preuße, Hochschuldozent i. R.
24.06.2009
www.leipzigerinstitut.de